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  Marbacher Zeitung vom Mittwoch, den 30. Mai 2007  
  Berufene Hände auf lädierten Beinen  
     
   
     
 
Foto: avanti
 
     
  Wenn sich ein Spieler des FC Marbach vor Schmerzen auf dem Boden kruemmt, ist Christine Reisacher zur Stelle.  
     
  Christine Reisacher betreut den FC Marbach als Physiotherapeutin und hat eine Zusatzausbildung bei DFB-Mann Klaus Eder gemacht  
     
 
Marbach (Robert Stadthagen). Es gibt außer der Sportart nicht viel, das die Bezirksligafußballer des FC Marbach mit den Kickern der deutschen Nationalmannschaft verbindet. Zumindest ein wenig noch Physiotherapeutin Christine Reisacher. Sie hat beim DFB-Betreuer Klaus Eder gelernt.
Jede Woche dasselbe Bild auf den Sportplätzen in den unteren Amateurklassen. Krümmt sich ein Spieler vor Schmerzen auf dem Boden, rennt ein Mitspieler oder ein Betreuer mit dem Eiskoffer auf das Feld. Ob offener Wadenbeinbruch oder Pferdekuss - erst einmal kräftig kühlen. Wahlweise mit Spray, Kältekompressen oder Eiswürfeln, die nicht selten in den Socken verschwinden. Mit fachgerechter Erstversorgung hat das häufig rein gar nichts zu tun. Es ist noch gar nicht lange her, dass beim FC Marbach Trainer Günther Michelfelder im Fall des Falles den Ersthelfer gegeben hat. Sicher, auch der Coach weiß, wo beim Bein hinten und vorne ist, "aber ich war natürlich der Einäugige unter den Blinden", sagt Michelfelder über sich.
Inzwischen legen sich die berufenen Hände von Christine Reisacher auf die lädierten Fußballerbeine, wenn es im Eifer des Gefechts wieder einmal gekracht hat. Die 26-Jährige vom Therapie- und Fitnesszentrum imPuls in Marbach betreut die erste Mannschaft des FC seit dem Beginn der Rückrunde als Physiotherapeutin. Für die junge Frau in dreierlei Hinsicht eine feine Sache. Erstens verdient sie sich ein paar Euro zusätzlich. Zweitens sammelt sie wertvolle Erfahrungen in puncto Sportverletzungen. Drittens kann sie mit Fußball auch privat etwas anfangen. "Und der FC Marbach ist der Verein, der mich interessiert", erklärt die 26-jährige Physiotherapeutin.
Vor allen Dingen profitiert aber der FC Marbach von der professionellen Betreuung am Spieltag. Die Arbeit beginnt für die Physiotherapeutin lange vor dem Anpfiff. Angeschlagene Spieler werden massiert oder für das Spiel getapt. "Tapes brauchen derzeit besonders viele", sagt Reisacher. Viele Spieler schleppen sich kurz vor dem Ende der Saison mit Blessuren durch. Über mangelnde Arbeit kann sich die Betreuerin nicht beklagen.
Nun wäre es vermessen zu behaupten, der FC sei in Sachen Physiotherapie ähnlich gut versorgt wie die Fußball-Nationalmannschaft. Eine Verbindung zu den DFB-Kickern darf man aber schon ziehen. Christine Reisacher hat gerade erst eine Zusatzausbildung bei Klaus Eder in Donaustauf abgeschlossen. Eder ist der Mann, dem die Ballacks und Kloses vertrauen. In Donaustauf geben sich die Stars die Klinke in die Hand. Als Christine Reisacher neulich ihren Lehrgang zur so genannten mittleren Sport-Physiotherapeutin besucht hat, haben sich zum Beispiel Tim Borowski und Per Mertesacker von Eder behandeln lassen. Und plötzlich steht dann so ein Typ vor einem, den man sonst nur im Fernsehen zu Gesicht bekommt. Und, wie war's? "Ich hab den Mertesacker gar nicht erkannt", gibt Reisacher zu. Das Problem kennt er. 2005 hat ihn ARD-Fernsehreporter Wolfgang Nadvornik im Interview mit Marcel Jansen verwechselt. Jede Wette: Mit einem Spieler des FC Marbach wäre Christine Reisacher das nicht passiert.
 
 
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